
Der Aspekt des Seelenalters
Der Aspekt des Seelenalters – wie plötzlich neue Verbindungen zwischen „Jung und Alt“ entstehen können
Es ist mir ein großes Anliegen, die Thematik des „Seelenalters“ aus meiner Sicht etwas zu beleuchten und Erfahrungen aus der aktuellen Zeit mit einfließen zu lassen, die wunderbare, neue Möglichkeiten eröffnen, miteinander in Verbindung zu kommen.
Ich kann mich bei meiner Matrix-Durchsage erinnern, dass das „Seelenalter“ für mich damals ein sehr wichtiger Moment war. Gleichwohl die Quelle als auch Varda und Frank und die Seelenlehre-Gemeinschaft immer und immer wieder betonen, dass das Seelenalter nicht wertend zu betrachten sei, so bin ich ehrlich: Ich war damals sehr zufrieden mit meiner „alten“ Seele und es gab mir für einen kurzen Moment das Gefühl von Stolz, vielleicht auch etwas Erhabenheit. Das Leben selbst hat diese Gefühle wieder liebevoll zurechtgerückt.
Wir Menschen neigen häufig dazu, etwas einsortieren zu wollen, um Klarheit zu haben, um etwas kognitiv überhaupt erfassen zu können. Manchmal schleicht sich auch eine gewisse Wertung oder Kategorisierung ein, oft unbewusst, ohne eine ungute Absicht.
Ich habe Familien erlebt, bei denen sehr unterschiedliche Seelenalter zu neuen Verhaltensweisen oder Gefühlen geführt hat, weil das Seelenalter – aus welchen Gründen auch immer - in den Vordergrund gerückt ist. Doch wir sind ja alle so viel mehr als dieser eine Aspekt. Die seelischen Energien, die wir leben oder die in uns sind, sind mannigfaltig in ihrer Ausprägung, in ihrer Farbe, ihrer Dichte, ihrer Herausforderung. Und letztlich geht es doch immer wieder um die Frage, wie wir all das Einzigartige, was wir sind, welche seelischen „Farben“ wir mitgebracht haben, hier ins Leben integrieren, mit all unserem Sein, unserem Körper, unserem Geist, unserer Psyche.
Was mich sehr bewegt und berührt, ist eine für mich neue Entwicklung unserer Zeit. Je mehr sich Menschen öffnen, wahrnehmen, dass in unserer Welt mehr existiert als das, was wir anfassen können oder die Mehrheit als ihre Realität definiert, desto vielfältiger werden die Möglichkeiten, auch mit Menschen in tiefere Verbindung zu kommen, zu denen wir vorher eventuell nur einen eher „oberflächlichen“ Kontakt pflegen konnten und wollten. Mit dem Hintergrund des Seelenalters gesprochen, war vielleicht die „Differenz“ zu groß zwischen „Jung und Alt“, um einzutauchen in die Welt der Seele, um dies als Beispiel zu nennen.
Ich durfte konkret die Erfahrung mit einer freundlichen Nachbarin machen, der ich ab und zu beim Hundespaziergang begegne. Wir unterhielten uns in der vergangenen Zeit über ihr Rauchen, ihre Gesundheit, ihren Hund, die Weltlage – bis sie eines Tages eine andere Ausstrahlung auf mich hatte. Sie blieb auch länger verweilen und begann dann damit: „Dir kann ich ja sowas erzählen, du glaubst ja auch an so andere Dinge, mit Seele und Verstorbenen und so. Sonst kann man das ja mit niemandem teilen, die halten einen ja für verrückt.“ Ich spürte, in ihr hatte das „seelische Erinnern“ begonnen, wie ich es gerne nenne, ein Öffnungsprozess. Ausgelöst wurde dieser Prozess auf genau die Weise, die sie annehmen kann, die für sie geeignet ist. Sie träumte zunächst immer und immer wieder von ihrer Mutter, die früh verstarb als sie im Teenageralter war, bis sie wahrnehmen konnte, dass ihre Mutter etwas von ihr „wollte“, dass sie sich zurückerinnern sollte an den Tag der Beerdigung, dass sie etwas liebevoll heilen wollte, was noch tief als Trauma verschüttet war.
Seither ist unsere Begegnung eine andere. Es ist, als wäre so eine neue Verbindung entstanden, ein neues Band, unabhängig von „Jung und Alt“, unabhängig von der Erfahrung. Denn ich lerne von ihr, ich lerne, wie sie mit all dem, was sie jetzt wahrnimmt und fühlt, umgeht, wie sie geführt und liebevoll begleitet wird auf diesem Weg. Ob von der Seele ihrer verstorbenen Mutter, ihrer Seelenfamilie oder anderen lichtvollen Wesenheiten. Sie spürt, sie ist nicht allein und sie weiß, es ist alles anders als je zuvor. Für sie ist eine neue Tür aufgegangen. Und für uns eine neue, wertvolle, gemeinsame Ebene. Von einem Moment zum anderen.
Für mich ist diese Erfahrung eine große Bereicherung und stimmt mich hoffnungsfroh – denn es scheinen sich auf ungeahnter Ebene neue, seelische Berührungspunkte zu ergeben, die uns allen helfen können, der teils recht radikalen, temporeichen Spaltung mit der eigenen Offenheit für neue, liebevolle und tiefere Verbindungen zu begegnen.