Durchsage zum Jahr 2026 - von Harald Robben

von Harald Robben, Januar 2026

 

Die Welt zeigt sich gerade in all dieser Unsicherheit, Gefahr und Bedrohung, die eben auch wesentlicher Anteil ihrer Identität ist. All die Gefahr, all die Bedrohung ist ebenso in ihr enthalten wie eben all die Schönheit, all die Fülle, die sie zur Verfügung stellt. Menschsein ohne Sicherheit ist kaum möglich und dennoch - da sagen wir nichts Neues - ist jede Sicherheit, all die Garantien, die gewünscht sind, Illusion. Leben ist unsicher, Leben ist bedrohlich, Leben ist schön und Leben ist Fülle. Es gibt diese Sehnsucht nach Sicherheit, nach Wissen und Erkenntnis, um damit umgehen zu können und dies ist völlig legitim. Es ist wichtig zu verstehen, dass es Sicherheit nicht gibt, dass es keine Garantien gibt. So werdet ihr mit all dem, was in der Welt ist und damit in Resonanz - was parallel dazu auch in vielen individuellen Leben geschieht - konfrontiert mit den uralten, aus euren Geschichten und der Geschichte der Menschheit stammenden Gefühlen von Ohnmacht, Abhängigkeit und Ausgeliefertsein. Dazu möchten wir heute sprechen. 

 

Es scheint in der Welt ein Gesetz zwingender Kausalität zu sein, dass das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu tun hat mit dem, was ihr erlebt. Politik, das Weltgeschehen ist so oder so und die Reaktion darauf ist Angst, Ärger, Aufregung, oder Kampf, Depression, Rückzug, Offensive, Beruhigung oder Zustimmung. Ein Mensch im Umfeld verhält sich so oder so und die Reaktion darauf ist Ärger, Aufregung, Zugewandtheit, Angst, Angriff, Öffnung, Zartheit oder Freude. Unabhängig davon, ob diese Reaktionen, wie in unseren Beispielen genannt, im Allgemeinen als positiv oder negativ bewertet werden, entstehen sie - das ist aus unserer Sicht der entscheidende Punkt - in dieser scheinbar zwingenden Folgerichtigkeit, dieser Kausalität auf den jeweiligen Auslöser in einer Abhängigkeit, einer Ohnmacht und, zumindest scheinbarer, Alternativlosigkeit.  

 

“Weil du dich so verhältst, geht es mir so. Weil du so wunderbar bist, liebe ich dich, weil du mich verletzt, hasse ich dich, oder greife ich dich an.” Versteht uns richtig, all dies scheint Naturgesetz zu sein und ist auf einer gewissen Ebene auch nachvollziehbar und verständlich, aber in der Tiefe ist es Abhängigkeit. Es entsteht aus diesen scheinbar unausweichlichen Reaktionen eine Abhängigkeit den Umständen, dem Verhalten oder Nichtverhalten anderer Menschen gegenüber. Wir sagen nicht, dass es leicht ist, dies abzulegen, wir sagen nicht, dass dies stattfinden müsse, aber wir halten es für wichtig, darüber zu reflektieren und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass diese Kausalität nicht die Wahrheit ist. Dass es nicht so sein muss. Dass es eine Freiheit, eine Unabhängigkeit jenseits davon gibt. In dieser Unabhängigkeit und Freiheit ist es die eigene Verantwortung, die Selbstbestimmung, wie der Mensch mit diesem Erleben umgeht.  

 

“Lasse ich es zu, dass mein Empfinden, meine Gefühlslage zwingend bestimmt wird von den Umständen oder den Menschen, mit denen ich zu tun habe? Gebe ich die Macht über mein Denken, Fühlen und Handeln den jeweiligen Umständen oder dem jeweiligen Gegenüber, oder nehme ich es zu mir selbst und entscheide, worüber ich mich aufrege, ob ich das mache, wie ich reagiere und agiere?” 

 

In dieser Selbstbestimmung, im Übernehmen der Verantwortung für das eigene Denken, Fühlen und Handeln ist Freiheit, entsteht Freiheit, entsteht die Möglichkeit, in Unsicherheit zuversichtlich zu sein, in Herausforderung, Stress, Angst und Angriff gelassen zu sein. In Zeiten der Freude und des Glücks, es genießen zu können, im Wissen darum, dass es wieder anders wird. Es nicht festhalten zu wollen oder zu müssen, sondern es für diesen Moment, für diese Zeit anzunehmen, anzuerkennen und zu genießen. In dieser Unsicherheit scheint es verwerflich zu sein, das Leben zu genießen, doch auch dies ist Abhängigkeit und es ist wichtig, es zu tun, das Leben zu genießen. 

 

Die Welt ist schön, das Leben ist schön, auch wenn es immer wieder anders scheint, es gibt diese Anteile und es ist wichtig, für die Zuversicht, für das Wohlergehen und dafür, dass Licht in der Welt ist, dies zu leben, zu fühlen und zu feiern.