
Verschiedene Ebenen von medialen Sendern
Verschiedene Ebenen von medialen Sendern
Ich möchte im Folgenden den Versuch unternehmen, eine gewisse Ordnung in das, was man moderne Medialität oder Channeling nennt, zu bringen. Bei einem Channeling gibt es ja einen Sender und einen Empfänger. Ich möchte über den Sender sprechen, nicht über den Empfänger. Das sage ich ausdrücklich zu Anfang. Die beiden hängen natürlich zusammen. Eine weiterentwickelte Seele wird eher eine kausale Quelle erreichen wollen. Aber das ist eine andere Thematik. Ich möchte einfach erst einmal nur über die einzelnen ansprechbaren medialen Partner reden. Das ist mir ein Anliegen, weil ich beobachte, dass Medialität zum Teil sehr naiv betrachtet wird. Es gibt Leute, die hören, dass etwas medial ist und sofort unterstellen, dass dann dahinter Wahrheit stecken muss. Sie gehen unkritisch damit um und dieses unkritische Verhalten löst nun andererseits wieder auf einer anderen Seite der Gesellschaft verständlicherweise und auch berechtigterweise eine starke Kritik aus. Das heißt, wir sind hier an einem Übergang, wo Medialität langsam mehr etwas möglichst objektiv, neutral Beschreibbares werden kann und wo die Qualitätsunterschiede in der Medialität ansprechbar werden.
Ich sage es mal einfach so: Wenn ihr eine Waschmaschine kaufen wollt, kauft ihr doch auch nicht das Erstbeste in einem blinden, vertrauenden Zustand. Die meisten Menschen haben doch inzwischen die Möglichkeit genutzt, um sich über das Internet zum Teil auch sehr präzise und sachlich zu informieren. Nur bei der Medialität wird - bei manchen jedenfalls - der Verstand abgeschaltet und das ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Aber welche Überprüfbarkeit gibt es? Ich kann das Thema später kurz behandeln, aber hier fokussiere ich mich auf die Sender von Botschaften, denn ich habe dazu eine 30-jährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem wirklich faszinierend guten Medium Varda Hasselmann, meiner Seelenpartnerin, und ich bringe die Erfahrungen, die wir damit gemacht haben, auch hier jetzt ein.
1. Also da gibt es auf einer sehr schlichten Ebene einfach Betrüger. Ich gebe mal ein Beispiel: Da ruft mich eine Frau an, die ich überhaupt nicht kenne, nie von ihr gehört habe und sagt: “Ich war bei einem Medium und das Medium hat gesagt, ich sei eine Transliminale Seele." Das ist ein Begriff aus unserem System. Die Frau, die diese Beratung macht, benutzt unser System. Aber sie gibt einen Entwicklungszustand wieder, der zutreffend ist für Jesus nach der Auferstehung und auch diese vielleicht etwas leichtgläubige Person fand das letztlich absurd. Sie hat mich angerufen und ich habe ihr gesagt: “Ja, da hat man Sie reingelegt. Das ist garantiert nicht wahr.” Das ist ein extremes Beispiel, aber ich möchte versuchen, die ganze Bandbreite darzustellen. Es gibt auch Leute, die sich Medium nennen, aber von Medialität als Fähigkeit keine Ahnung haben und die Leichtgläubigkeit der Menschen ausbeuten. Das gehört zum Menschsein. So etwas wird es immer wieder geben.
2. Ein realer Kontakt anderer Art sah so aus: Ein Seelenbruder von mir hatte eine Partnerin entdeckt, mit der er arbeiten wollte, und es war sein Wunsch, dass wir diese Person in unser Programm als Medium übernehmen. Daher habe ich die Quelle gefragt und sie sagten: “Diese Frau hat Kontakt mit ihrer eigenen inneren Wahrheit." Dazu muss man sich die sieben Stimmen, die die Quelle veröffentlicht hat, vor Augen führen, das heißt, die sieben inneren Kontakte, die ein Mensch haben kann, von der eigenen Angst bis zu allerhöchsten Kontakten und die gereinigte innere Wahrheit ist einer dieser Kontakte (Welten der Seele, S.165 ff). Das heißt in einer solchen Botschaft kann ein begrenzter, aber durchaus hilfreicher Inhalt stecken innerhalb der Wahrheitsmöglichkeiten dieser Person. Das ist aber verständlicherweise relativ begrenzt.
3a. Ein weiterer Schritt geht dann in Kontakte mit der astralen Welt. Es ist wichtig, sich noch einmal in Erinnerung zu rufen, dass die Quelle drei seelische Welten unterscheidet: Die Seele im Körper, die Seele auf der astralen Ebene und die Seele auf der kausalen Ebene. Es ist naheliegend, dass Medien, die Kontakte herstellen mit der Transzendenz - und die Astralebene ist ein Teil der Transzendenz - dass solche Medien dann auch Botschaften erhalten und dazu möchte ich einige Beispiele liefern.
Man muss sich klar machen, dass diese Astralebene selbst wieder aus drei Territorien besteht. Und diese drei Abteilungen spiegeln einen jeweils weiter entwickelten Bewusstseinszustand. In der ersten Abteilung bewegen sich vor allem auch die sogenannten Elementale, das heißt seelische Wesen, die sich nicht entwickeln, die viel Angst haben und auch gerne Angst oder Blödsinn verbreiten. Aber dort sind auch die Seelen, die schon den ersten Entwicklungsschritt in die Astralwelt getan haben, aber sich noch nicht wirklich körperlich inkarnieren wollen, denn es ist ja ein langer und angstreicher Prozess, bis man den Mut findet, sich zum ersten Mal zu inkarnieren.
Dazu eine Erfahrung: Als Varda und ich anfingen zu channeln, nutzten wir Englisch, weil wir dachten, diese Quelle, die wir von der amerikanischen Ursprungsquelle dieser Lehre Michael ja empfohlen bekommen hatten, spricht nur Englisch. Das stimmte nicht, aber wir bemühten uns. Und plötzlich, als Varda noch unsicher war mit ihren Kontakten zur Kausalwelt - sie hatte sich allerdings, im Gegensatz zu manchen anderen muss ich auch sagen, jahrelang darauf vorbereitet - kam plötzlich, während sie noch dabei war, einen Kontakt herzustellen, ein Text und der lautete auf Englisch: “Pip likes to fool around.” Das heißt: “Pip macht gerne Blödsinn.” Das war eindeutig eine Botschaft. Nur war sie nicht sehr sinnvoll und ganz offensichtlich eine Botschaft aus dem astralen Territorium 1, wo diese Elementale hausen und wenn möglich ihre eigene Angst ein wenig loswerden möchten, indem sie Menschen necken. Das ist auch ein Astralkontakt, aber kein besonders hilfreicher.
3b. Der zweite Bereich des Astralen ist der Bereich der Seelen, den auch wir ja bewohnen, wenn wir nicht gerade im Körper sind. Das heißt, dort existieren Seelen aller Entwicklungsstufen, das muss man sich immer wieder klar machen. Von der allerersten Inkarnation bis zur allerletzten ist der Zwischenaufenthalt in diesem Bereich. Das heißt, wenn ich dort eine Seele kontaktiere, dann muss ich mir klar machen, dass ich auf sehr verschiedene Entwicklungszustände stoße und mich freimachen davon, dass alles Mediale in Bezug auf das Astrale Wahrheit und Weiterführung ist.
Ich gebe zu Anfang ein drastisches Beispiel: Wir hatten gehört von einer Quelle Maria, die in den USA besonders bekannt ist und genutzt wird, und wir hatten festgestellt, dass diese Quelle Maria nur Angstbotschaften vermittelt. Da haben wir uns gefragt: Was ist der Hintergrund? Und die Quelle sagte: “Es ist eine Seele auf der astralen Stufe, eine Junge Seele, die ihr Leben damit abgeschlossen hat, dass sie in einen religiösen Wahn verfallen war, starke Ängste entwickelt und den Tag über stundenlang gebetet hat. Als sie dann gestorben ist, hat sie erst einmal - oder genauer gesagt: Ihr Ich - diese Ängste mitgenommen.” Das ist ein Prozess, den ja auch dieser wunderbare Text von Linde Hasselmann, der Schwester von Varda, schildert, wie der Übergang in den Astralraum stattfindet und dass man zuerst einmal in eine Art Hilfsstation kommt, in der einem die Prägungen weggenommen werden, die man in Bezug auf die Transzendenz hatte. Also der Buddhist erwartet eine totale Leere, dem ist aber nicht so. Der Christ erwartet die mögliche Hölle, die gibt es auch nicht. Also ist diese erste Station dazu da, eine Seele erst einmal ein wenig zu reinigen von diesen Vorstellungen, um sie dann überhaupt in den Zustand zu versetzen, ihr vergangenes Leben auch zu bearbeiten und auszuwerten (s. Linde Hasselmann, Heilende Medialität, dieser Teil auch als Sonderdruck). Unsere Quelle sagte dazu, man bemühe sich auf dieser Stufe sehr, beizubringen, dass das Angstvisionen sind, aber das dauert. Und solange das dauert, sendet sie.
Nun gibt es Menschen, die gerne Angstbotschaften empfangen, weil sie selber viel Angst haben und darin eine gewisse Hilfe und Bestätigung erfahren. Ich kritisiere das nicht. Ich bitte darum, hieraus keine Kritik zu hören. Ich versuche, das möglichst neutral zu beschreiben: Ein ganz klassisches Beispiel innerhalb des Christentums ist die sogenannte Offenbarung des Johannes. Das ist ein Text, der erst nach langer Überlegung in den heiligen Kanon des Christentums übernommen wurde. Man hatte Bedenken, verständlicherweise, weil es sich um Angstvisionen handelt. Aber diese Angstvisionen des Johannes auf Patmos sind äußerst eindrucksvoll in ihrer Bildlichkeit und haben entsprechende Nachwirkungen erzielt. Sie haben Menschen ein Kleid gegeben für ihre eigenen Ängste und sie ausdrückbar gemacht. Das sollte man auch respektieren, wenn man sich ein Urteil bilden möchte. Also eine solche Mitteilung wie von dieser Maria ist von einer Seele, die relativ jung ist und die ihre angstvollen Fantasien vom Astralraum aus noch weiter verbreitet und als Sender zur Verfügung steht. Auch das ist eine astrale Quelle.
Eine andere astrale Quelle ist zum Beispiel dasjenige Ich, das früher einmal C.G. Jung war, ein Alt-3-Psychologe von großer Bedeutung, ursprünglich ein Schüler von Freud und eine Alte Seele, die sich unter inneren Qualen von dem Reifseelen-Freud getrennt hat und auf der Suche nach den Archetypen war. Deswegen sagt die Quelle auch, C.G. Jung ist ein geistiger Vorläufer unserer Arbeit. Ich hatte den persönlichen Eindruck, dass diese Quelle tatsächlich Beratungen im Sinne von C.G. Jung macht. Dass da also tatsächlich dieses Ich und diese Seele dabei sind, weiter Menschen zu helfen. Das wäre jetzt ein Beispiel für eine Quelle, die einen Entwicklungshintergrund von Alte Seele, Dritte Stufe hat und deswegen entsprechende Hilfen leisten kann. Später möchte ich noch auf Pfarrer Kneipp als ein für uns wichtiges astrales Beispiel eingehen.
Ich kann diese Bandbreite der astralen Welt nur über Einzelerfahrungen zur Verfügung stellen, denn Varda hat immer nur eine einzige kausale Quelle kontaktiert, die auf die Frage, wie wir sie benennen sollten, sagte, kausale Quellen hätten keine Namen und würden sich im Gegensatz zu Menschen auch ohne Namen miteinander verständigen können. Daher benutzen wir nur die Bezeichnung „die Quelle“.
Man muss sich auch klar machen, dass natürlich meine Rede jetzt nur von verbalen Mitteilungen aus der astralen Welt ist. Die meisten Mitteilungen der Transzendenz sind nicht verbal, sondern regen an oder machen Druck und zum Teil so, dass der Mensch es nicht mal als Anregung von außen versteht, sondern als eigenen Impuls. Es ist wichtig, das auch zu beachten. Channeln ist ja ein Versuch des verbalen Kontaktes mit der Transzendenz. Und nur darüber rede ich hier. Also darf man bitte diese verbalen Kontakte nicht als die eigentlichen missverstehen.
Es passieren dauernd Anleitungen aus der astralen Welt. Zum Beispiel auch von einzelnen Seelenfamilienmitgliedern oder Freunden, die schon übergewechselt sind auf die andere Seite, aber noch ein Bedürfnis haben, Menschen, die ihnen vertraut waren, zu helfen. Meine Erfahrungen damit sind aber, dass diese Bereitschaft zu helfen zeitlich begrenzt ist. Also zum Beispiel kenne ich einen Fall, wo jemand sehr die eigene Mutter liebte und ihr stark verbunden war, sich mit ihr identifiziert hat. Und als dieses Medium dann die Mutter auf der Astralebene um Hilfe bitten wollte, kam die Antwort: “Ich war deine Mutter, ich bin es nicht mehr." Die Bitte dieses Mediums, eine Hilfestellung von einer Person zu bekommen, die sie im Leben sehr geliebt hatte, wurde strikt zurückgewiesen. Das heißt, es hängt davon ab, ob beide Seiten daran interessiert sind, einen Kontakt herzustellen. Und das ist nicht immer der Fall und muss auch nicht so sein. Es ist von menschlicher Seite her sehr schwer zu beurteilen, was denn wann angemessen ist. Überhaupt, die Überprüfung dieses Ganzen liegt ja in der Regel darin, dass man - ich benutze jetzt ein Jesuswort - wo er gefragt wird nach den falschen Propheten: “Woran erkennt man falsche Propheten?" Und er gab eine sehr schöne Altseelenantwort. Er sagte: “An den Früchten sollt ihr sie erkennen." Und genauso kann man die Botschaften, die ein Medium übermittelt, danach beurteilen, welche Wirkung sie für den Einzelnen haben. Ob sie ihm in seiner Entwicklung helfen oder nicht. Das wiederum zu beurteilen, setzt natürlich ein gewisses Verständnis dafür voraus, wie menschliche Entwicklung funktioniert. Sie ist nicht einfach ein dauernder Erfolgspfad, sondern sie beinhaltet eine Menge Widerstände und Ängste. Das ist wieder ein eigenes Thema, das ich hier nicht verfolgen kann.
3c. Dann gibt es ein drittes Territorium auf der Astralebene und das sind die Seelenfamilien. In diesem dritten Bereich halten sich all diejenigen Seelen auf, die schon ihren Inkarnationszyklus abgeschlossen haben. Wenn man sich einmal vorstellt, dass eine größere Zahl von Seelen, die bereits ihren Entwicklungsweg abgeschlossen haben, sich zusammentun, entsteht eine machtvolle Beratungsinstanz und das ist eine Instanz, die wirklich an mir persönlich interessiert ist. Denn die Seelenfamilie ist deshalb an jedem Mitglied elementar interessiert, weil sie alle Mitglieder braucht, um letzten Endes auf die Kausalebene überzuwechseln, was die große Sehnsucht aller Seelenfamilien ist. Das heißt, da ist ein elementares gegenseitiges Interesse und diese in ihrer Entwicklung fortgeschrittenen Teile der eigenen Seelenfamilie, die sich auf dem dritten Territorium befinden, wollen helfen und sie helfen sowieso dauernd, z.B. als Schutzwesen. Häufig nimmt man diese Hilfen gar nicht als solche wahr. Aber wie gesagt, das ist ein anderes Thema. Sie sind elementar daran interessiert, dir zu helfen und sie anzurufen macht daher Sinn, auch wenn ihre Hilfe vielleicht anders aussieht, als du es dir vorstellst. Diese Anrufung empfiehlt die Quelle. Die Botschaften wirken unpersönlicher als andere astrale, aber persönlicher als kausale. Schließlich ist die Seelenfamilie ja nicht etwas „anderes“, sondern dein sog. „Höheres Selbst“, wobei die Quelle den Begriff “höheres„ hier für überflüssig und irreführend hält. Ihr seid für ewig eine Einheit ohne existenzielle Qualitäts-, aber sehr wohl mit Entwicklungsunterschieden.
Das kann jeder auch ohne Medium tun. Der Rat der Quelle ist, bevor man sich abends schlafen legt, mit lauter Stimme die eigene Seelenfamilie zu rufen, um sie zu bitten, auf eine Frage im Schlaf eine Antwort zu übermitteln. Mit diesem Vorgehen muss man etwas Geduld haben. Man kann es immer wieder probieren und vielleicht funktioniert es irgendwann. Und dann ist es eine sehr große Bestätigung und äußerst wohltuend. Aber das muss jeder selbst entscheiden. Ich will damit nur sagen: Man braucht nicht unbedingt ein Medium, um diesen Kontakt herzustellen, aber manche Medien stellen den Kontakt zur Seelenfamilie her.
Das sind die drei Bereiche der Astralebene, wobei ich dazu sagen möchte, dass dieser Begriff Astralebene zwar historisch bekannt ist, aber nicht mehr dem modernen Entwicklungsstand entspricht. Wir haben ja eine höchst moderne Auffassung vom seelischen Bereich als eines Energiesystems, das sich selbst steuert und das den Gesetzen der Physik unterliegt. Daher redet die Quelle von Anfang an von Pulsation, von Polarität und von Dualität als Gesetzen der Physik, nach denen die seelische Dimension funktioniert. Das ist eine moderne Sehweise – und ich möchte darauf immer noch mal hinweisen - die alles übersteigt, was Menschen bisher über die Seele gehört oder verstanden haben.
Der astrale Bereich ist übrigens eine sehr, sehr alte Bezeichnung. astér ist ein griechischer Begriff für einen Stern und erweiternd für die Sternenwelt. Denn früher hat man die Sternenwelt als einen Teil der Transzendenz verstanden, was sie für uns nicht mehr ist. Für uns sind die Sterne ein Teil der physischen Welt. Da stimmen die Begrifflichkeit und die moderne Sehweise nicht mehr überein. Aber die Quelle sagte, als ich das mal zur Sprache brachte: “Lass das mal, das wird noch ungefähr 100 Jahre dauern, bis eine größere Allgemeinheit diese Begriffe nicht mehr benutzen möchte." Gut, dem muss man sich beugen.
4. Also die Kausalebene. Der Begriff Kausal ist ein sehr sinnvoller Begriff, weil lateinisch causa Ursache heißt. Das ist eine Welt, die man kontaktieren kann und die wirklich in einem unglaublichen Ausmaß über das Verständnis von kausalen Zusammenhängen verfügt und zwar nicht nur im rein seelischen Sinne, sondern auch sonst. Nun nehme ich mal den Faust von Goethe zu Hilfe. Goethe schildert ja in diesem Drama einen Gelehrten, der in seiner Bücherwelt versinkt, weil er nach tiefster Wahrheit sucht, sie aber nicht findet. Ein solcher rein mental fokussierter Wahrheitssucher ist im Grunde eine sehr moderne Figur. Dieser mit dem Mentalen unzufriedene Mensch sucht Wahrheit dann aber auf einem sehr traditionellen und herkömmlichen Weg, indem er nämlich die sogenannte Geisterwelt - die genauer gesagt eine Welt der Seele ist - anruft. Und damit scheitert er auf eine seltsame Art und Weise, die ich hier kurz vorstellen möchte: Er ruft also einen besonderen Geist. Dieser Geist erscheint auch, weil er offensichtlich auf diese Einwirkung reagieren muss und sagt zu Faust: “Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir." Das heißt, dieser Geist stellt sich nur denjenigen zur Verfügung, die ihn begreifen und das ist aus meiner Sicht schwer nachvollziehbar. Denn wenn ich das schon alles begreife, was dieser Geist mir zur Verfügung stellen kann, dann brauche ich ihn nicht mehr. Das scheint mir ein Widerspruch in sich selbst zu sein. Unsere Erfahrung mit einem Geist, der wirklich mehr weiß - genauer gesagt einer seelischen Instanz und nicht einem Geist - besteht darin, dass diese seelische Instanz der kausalen Welt sich nur für diejenigen Medien öffnet, die energetisch so weit entwickelt sind, dass sie eine solche Energie überhaupt empfangen können - das ist nicht selbstverständlich - und die als Zuhörer auch imstande sind, das, was sie bekommen, positiv zu verwerten, das muss man bedenken. Niemand kann durch noch so viel „Zauberei“ eine kausale Quelle zwingen zu erscheinen.
Wir haben viele öffentliche Sitzungen gemacht und dabei waren auch Teilnehmer, die vor allem irgendetwas Aufregendes aus dem Jenseits hören wollten. Und das Aufregende kam nie. Es war nicht unsere Aufgabe, Unterhaltung aus der Astralwelt zur Verfügung zu stellen. Man muss sich klar machen, dass ein solches Bedürfnis besteht, das wir nicht befriedigen wollen und nicht befriedigen können. Ich erinnere mich an eine Sitzung in der psychologischen Fachbuchhandlung in München, wo wir jahrelang öffentliche Sitzungen veranstaltet haben, in denen wir einigen Fragenden eine Botschaft vermittelt haben. In einem Fall stand bei der Nachbesprechung ein Dritter auf und sagte: “So etwas Triviales habe ich überhaupt noch nie gehört und das soll aus der Transzendenz kommen, das ist doch Blödsinn." Und dann stand die betroffene Person auf und sagte: "Ich mache eine Ausbildung als Psychoanalytiker und ich bin in dieser Ausbildung an einen bestimmten Punkt meiner Innenentwicklung gekommen. Ich möchte sagen, dass genau dieser Punkt meiner Innenentwicklung in der Durchsage äußerst korrekt und präzise angesprochen wurde. Für mich ist diese Botschaft sehr hilfreich.“
Es ist wichtig, sich so etwas vor Augen zu führen, denn man kann nur begrenzt verstehen, was eine kausale Welt einem anderen Menschen sagt. Dazu müsste man die beiden Seiten ja verstanden haben und weder versteht man den anderen Menschen in seinen tiefen Problemen, noch versteht man die Kausalwelt. Also ist auch hier wieder das Prinzip: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, für meine Begriffe anzuwenden.
Überhaupt ist das Problem ja beim Helfen, dass es eine große Herausforderung für den Helfenden ist und deswegen erst im Altseelenstadium wirklich zur vollen Blüte gelangt. Denn wenn ich helfen will, dann gehen viele davon aus, das zu vermitteln, was sie selber als hilfreich empfinden und drängen es dem anderen auf. Das ist nicht besonders hilfreich. Das heißt, ich brauche ein Einfühlungsvermögen, um zu helfen. Und selbst wenn ich im Laufe vieler Inkarnationen unter schmerzhaften Bedingungen gelernt habe, mich einzufühlen und zu spüren, was jemand wirklich braucht, heißt das doch noch lange nicht, dass ich weiß, was ich ihm geben muss, damit es hilft. Das ist dann wieder eine andere Kategorie. Und diese Kategorie öffnet sich eigentlich erst, wenn ein Mensch einen inspirativen Kontakt zulässt und dem anderen eine mediale Botschaft, die man nicht so nennen muss, aber die so sein kann, übermittelt, die den anderen in einem tiefen Sinne weiterhilft. Ich kann das hier nur andeuten, aber ich möchte sagen, dass Helfen eine der größten Herausforderungen des Menschen ist, die es überhaupt gibt. Und hier erst im Laufe einer langen Entwicklung in einer wirklich tiefgreifend befriedigenden Form gegeben werden kann. Im Übrigen ist ja genau dies die zentrale Aufgabe der fortgeschrittenen Bereiche des Seelischen, uns in unserer seelischen Entwicklung zu helfen.
Die kausale Quelle öffnet sich denjenigen, die sinnvoll damit umgehen können, weil sie weit genug entwickelt sind. Und der Kommentar unserer kausalen Quelle war so: “Wir bestehen nur aus Energie. Wir verschwenden keine Energie.” Und dass das so ist, habe ich immer wieder erfahren. Das sind jetzt die verschiedenen Beschreibungsmodelle. Kausale Botschaften sind knapp und schwätzen nicht. Sie berühren tief und sind gleichzeitig völlig neutral und distanziert in einem zugewandten Sinne. Man kann eine ähnliche Haltung an Alten Seelen ab Stufe Alt 4 beobachten. Mir wurde kürzlich dazu eine knappe Botschaft übermittelt, die lautete: “Distanz halten und trotzdem Nähe aufrechterhalten." Das klingt wie ein logischer Widerspruch, ist aber für Alte Seelen speziell ein wichtiger Hinweis. Man kann dazu lesen, was die Quelle zu dem Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl sagt in Welten der Seele, S. 165 ff.
Ich gebe noch ein astrales Beispiel, das uns besonders eindringlich war: Varda machte viele Jahre Durchsagen für Fortgeschrittene über die Aufgabe der Seelenfamilie. Das ist ja ein bleibendes Element in allen Inkarnationen und zum tieferen Verständnis haben wir uns eine Zeit lang die Mühe gemacht, dass Varda ein historisches Beispiel aus dieser Seelenfamilie einbrachte, sodass man besser verstanden hat, worum es geht. Eine dieser Seelenfamilien beschäftigte sich zentral mit dem Phänomen Heilen und dann wurde als Mitglied dieser Seelenfamilie Pfarrer Kneipp genannt. Die „Heilmethode“ dieser Seelenfamilie bestand darin, mit Gegensätzen zu arbeiten. Das war das Grundthema dieser Seelenfamilie und wie man weiß, hat Pfarrer Kneipp sich selbst ja von einer Lungenentzündung geheilt, indem er entgegen allen Regeln in einen eiskalten Fluss gesprungen ist und dadurch Heilung erfahren hat. Also Heilung durch Gegensätze und er hat das nachher umgesetzt in Heilung durch entsprechende gegensätzliche Wasseranwendungen. Das war die letzte Durchsage an dem Tag, die Varda machte, und als sie dann langsam das Energieniveau senkte, fing sie plötzlich an zu grinsen. Ich sagte: “Warum grinst du?" Und sie sagte: "Der will was sagen” und ich antwortete: “Wer will was sagen?" und sie sagte: "Der Kneipp will was sagen” und ich sagte, "Ja, lass ihn doch was sagen.” Und sie ließ es zu und als erster Satz kam, in einer volltönenden, süddeutsch gefärbten Mundart: “Wascht euch nicht so viel." Die ganze Gruppe fing brüllend das Lachen an und zwar nicht, weil dieser Satz an sich unsinnig war, sondern weil diese Gruppe gerade eine kausale Energie gehört und gespürt hatte und dies hier war so offensichtlich nicht kausal, sondern eine sehr durch eine spezielle subjektive astrale Persönlichkeit gefärbte Mitteilungsform.
Es hat uns auch geprägt, diesen Unterschied immer wieder zu beachten und wahrzunehmen. Dann hat dieser Pfarrer Kneipp oder sein Ich auf der Astralebene angefangen zu predigen: “So habe ich das damals nicht gemeint.” Als er dann ins Schwäbeln kam, sagte Varda: “Das wird mir jetzt zu viel, ich muss ihn abstellen." Die ganze Erfahrung war für uns außerordentlich hilfreich und zwar, weil wir ja alle Pfarrer Kneipp mehr oder weniger gut kennen und uns auch eine Meinung bilden können zu diesem Thema “Heilung durch Gegensätze” und uns auch verständlich ist, dass kausal eben eine höhere Schwingung ist. Wenn ein Medium heruntergeht auf seine Normalschwingung, geht es auch durch die astrale Schwingung hindurch und das hat dieser Kneipp genutzt, um sich einzuklinken. Allerdings - anders als bei Pip damals zu unseren Anfängen - hat Varda das hier kontrolliert. Sie hat dem nicht einfach Raum gegeben. Also es gibt da noch vieles zu entdecken, wie diese kausalen und astralen Kontakte im Einzelnen aussehen.
Mein Ziel war, etwas deutlicher zu machen, dass es Qualitätsunterschiede gibt, ganz wie im „normalen“ Leben und dass man auf diese Unterschiede achten sollte. Um das tun zu können, muss man sich ein wenig vertraut machen, welche Qualität kausale Durchsagen haben und welche Qualität gute astrale Durchsagen haben und welche Qualität andere Durchsagen haben. Das ist ein persönlicher Lernprozess, den ich niemandem abnehmen kann. Es ist auch gut, sich auszutauschen und nicht jeder ist an Qualität interessiert, das muss ja gar nicht sein. Es genügt ja vielleicht, irgendwann einen irgendwie interessanten astralen Kontakt zu haben, weil es manchen Menschen hilft zu verstehen, dass die Transzendenz etwas Reales ist. So ist es auch bei der Aufstellungsarbeit, die ja von vielen mental wissenschaftlich geprägten Menschen abgelehnt wird. Eine solche Person wurde von der Ehefrau mit in eine Aufstellungsarbeit genommen und auch selber aufgestellt. Was die für diesen Mann aufgestellte Person sagte, machte ihn fassungslos, weil die Person tatsächlich exakt das sagte, was er wirklich empfand. Da ist vielleicht jetzt gar nicht wichtig, dass er eine inhaltlich besondere Botschaft empfing, sondern dass er neu das Nachdenken begann über die Realität jenseits des beschränkten, momentan üblichen Weltbildes. Bis dahin heute einmal.